{"id":52,"date":"2010-02-24T16:47:51","date_gmt":"2010-02-24T15:47:51","guid":{"rendered":"http:\/\/localhost\/wordpress\/?page_id=52"},"modified":"2026-09-18T09:47:01","modified_gmt":"2026-09-18T07:47:01","slug":"aktuelle-predigt","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.schlagnitweit.at\/?page_id=52","title":{"rendered":"Die aktuelle Predigt"},"content":{"rendered":"\t\t<div data-elementor-type=\"wp-page\" data-elementor-id=\"52\" class=\"elementor elementor-52\">\n\t\t\t\t\t\t<section class=\"elementor-section elementor-top-section elementor-element elementor-element-53af1dac elementor-section-full_width elementor-section-content-top elementor-section-stretched elementor-section-height-default elementor-section-height-default\" data-id=\"53af1dac\" data-element_type=\"section\" data-e-type=\"section\" data-settings=\"{&quot;stretch_section&quot;:&quot;section-stretched&quot;}\">\n\t\t\t\t\t\t<div class=\"elementor-container elementor-column-gap-narrow\">\n\t\t\t\t\t<div class=\"elementor-column elementor-col-100 elementor-top-column elementor-element elementor-element-347feaab\" data-id=\"347feaab\" data-element_type=\"column\" data-e-type=\"column\">\n\t\t\t<div class=\"elementor-widget-wrap elementor-element-populated\">\n\t\t\t\t\t\t<section class=\"elementor-section elementor-inner-section elementor-element elementor-element-71b33117 elementor-section-full_width elementor-section-height-min-height elementor-section-content-top elementor-section-height-default\" data-id=\"71b33117\" data-element_type=\"section\" data-e-type=\"section\">\n\t\t\t\t\t\t<div class=\"elementor-container elementor-column-gap-default\">\n\t\t\t\t\t<div class=\"elementor-column elementor-col-66 elementor-inner-column elementor-element elementor-element-48e0fb0b\" data-id=\"48e0fb0b\" data-element_type=\"column\" data-e-type=\"column\">\n\t\t\t<div class=\"elementor-widget-wrap elementor-element-populated\">\n\t\t\t\t\t\t<div class=\"elementor-element elementor-element-ea774be elementor-widget elementor-widget-text-editor\" data-id=\"ea774be\" data-element_type=\"widget\" data-e-type=\"widget\" data-widget_type=\"text-editor.default\">\n\t\t\t\t<div class=\"elementor-widget-container\">\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t<h3><span style=\"color: #455800;\">25. Sonntag im Jahreskreis \u2013 A: Mt 20,1-16a<br \/><\/span><\/h3>\n<h5>(Linz \u2212 Ursulinenkirche, 20. IX. 2026)<\/h5>\n<p><!-- \/wp:heading --><!-- wp:paragraph --><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">\u2192 <a href=\"https:\/\/www.schlagnitweit.at\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/2026-09-20_Jahreskreis25.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Download als PDF<\/a><\/p>\n<p>Es gibt wohl kaum eine Evangelienstelle, die so sehr auf Widerspruch st\u00f6\u00dft wie dieses Gleichnis \u2013 zumindest in unseren Breitengraden. \u00c4hnlich wie die Idee eines bedingungs\u00adlosen Grundeinkommens f\u00fcr alle wird dieses Gleichnis als ungerecht empfunden, als Hohn auf den Leis\u00adtungsgedanken und als Unterwanderung zentraler Tugenden unserer Gesell\u00adschaft, wie etwa Flei\u00df, Leistungsbereitschaft, Arbeitsmo\u00adral. \u2013 Dieses Gleichnis regt auf. Zu gut kann man sich identifizieren mit den ersten Arbei\u00adtern im Weinberg, die schon vom fr\u00fchen Morgen an schufteten und am Ende des Tages auch nicht mehr erhielten als die zuletzt am Arbeits\u00adplatz erschienenen Teilzeit-, ja sogar nur Ein-Stunden-Arbeiter.<\/p>\n<p>Diese scheinbare Lohn-Ungerechtigkeit des biblischen Gleichnisses weicht freilich einem v\u00f6llig anderen Gerechtigkeitsbegriff, wenn man sich Folgendes vor Augen h\u00e4lt: Der mit den ersten Arbeitern vereinbarte und den damaligen Standards entsprechende Tages\u00adlohn von einem Denar reichte in biblischen Zeiten gerade aus, um eine 5-k\u00f6pfige Familie f\u00fcr einen Tag zu ern\u00e4hren. Weniger als einen Denar zu zahlen, h\u00e4tte f\u00fcr die sp\u00e4ter zur Arbeit angetretenen Tagel\u00f6hner und ihre Familien demnach Hunger bedeutet. An diesem Punkt wird der v\u00f6llig andere Gerechtigkeitsbegriff der jesuanischen Gottesreich-Idee erkennbar: Nicht \u201eallen nach ihrer Leistung\u201c, sondern \u201eallen so viel, wie sie zum Leben brauchen\u201c \u2013 und zwar bedingungslos, d.h. unabh\u00e4ngig von jeder Leistung oder anderen Bemessungs\u00adgrundlagen f\u00fcr Gerechtigkeit. Leben ist im Sinne der Bibel immer ein bedingungsloses Geschenk.<\/p>\n<p>Bedingungslosigkeit ist \u00fcberhaupt eine Grundkategorie der Bibel und des Gottesreiches: Die gesamte Geschichte des Volkes Israel mit dem Gott der Bibel l\u00e4sst sich lesen als eine Geschichte der Zuwendung und Liebe Gottes zu seinem Volk \u2013 ohne dass diese Liebe durch irgendeine Leistung verdient w\u00e4re. Sonst k\u00f6nnte ja auch gar nicht von Liebe die Rede sein. Denn das eigentliche Wesen echter Liebe besteht in letzter Konsequenz doch genau darin: in <em>bedingungsloser<\/em> Zuwendung, also frei erw\u00e4hlend, ohne Vorleistung, ohne Gegenleistung. So verstanden ist echte Liebe \u2013 jedenfalls im Sinne des Leistungs-, aber auch des Gleichheitsgrundsatzes \u2013 immer auch ungerecht, weil eben unverdient: frei geschenkt, frei bevorzu\u00adgend. \u2013 Die bedingungslose Zuwendung Gottes zum Volk Israel erf\u00e4hrt nach christlichem Glauben ihre Aufgipfelung und Ausweitung auf alle Menschen hin in Jesus aus Nazareth und seinem Evangelium. Darin besteht der Kern seiner Botschaft und auch des heutigen Gottesreich-Gleichnisses: Jeder Mensch ist von Gott gewollt und geliebt \u2013 ohne Vorleistung oder Verdienst.<\/p>\n<p>Freilich erheben sich nun brisante Fragen: Eignet sich diese Botschaft von der bedingungs\u00adlosen Liebe und Lebenszusage Gottes etwa nur f\u00fcr erbauliche Sonntagsstunden? Sind die J\u00fcngerInnen Jesu nicht vielmehr dazu angehalten, diese unsere reale Welt zu durchtr\u00e4nken und zu fair-\u00e4ndern im Sinne der jesuanischen Gottesreich-Idee \u2013 also auch im Sinne der Gerechtigkeitsvorstellung des Evangeliums, die <em>jedem<\/em> Menschen Leben zuspricht \u2013 unabh\u00e4ngig von seiner Leistung? Und k\u00f6nnte deshalb etwa die Idee eines bedingungslosen Grundein\u00adkommens f\u00fcr alle nicht auch verstanden werden als Versuch einer gesellschafts\u00adpolitischen Umsetzung genau dieses Gerechtigkeitskonzepts, also: allen so viel zu geben, wie sie zum Leben brauchen \u2013 also jedem Menschen in seiner spezifischen Bedarfslage gerecht zu werden?<\/p>\n<p>Ich meine: Zumindest ChristInnen werden nicht umhink\u00f6nnen, sich mit diesen Fragen und mit der Idee eines bedingungslosen Grundeinkommens f\u00fcr alle ernsthaft zu befassen.<\/p>\n<p><em style=\"font-size: 1.2em; font-weight: bold;\"><span style=\"color: #455800;\">N\u00e4chste Predigt: 27. Sonntag im Jahreskreis \u2013 A, 04. X. 2026<\/span><\/em><\/p>\n<p><!-- \/wp:heading --><!-- wp:paragraph --><\/p>\n<p style=\"text-align: right;\">\u2190\u00a0<a href=\"?page_id=29\">zur\u00fcck zur \u00dcbersicht<\/a><\/p>\t\t\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<div class=\"elementor-column elementor-col-33 elementor-inner-column elementor-element elementor-element-436b9518\" data-id=\"436b9518\" data-element_type=\"column\" data-e-type=\"column\">\n\t\t\t<div class=\"elementor-widget-wrap elementor-element-populated\">\n\t\t\t\t\t\t<div class=\"elementor-element elementor-element-5d0e5898 elementor-widget elementor-widget-text-editor\" data-id=\"5d0e5898\" data-element_type=\"widget\" data-e-type=\"widget\" data-widget_type=\"text-editor.default\">\n\t\t\t\t<div class=\"elementor-widget-container\">\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t<h3>Die Wahrheit ist<br \/>dem Menschen zumutbar.<\/h3>\n<h5 style=\"text-align: right;\"><em>(Ingeborg Bachmann)<\/em><\/h5>\n<h5>\u00a0<\/h5>\n<h5><span style=\"color: #455800;\">Im Buchhandel:<\/span><\/h5>\n<p><a href=\"https:\/\/www.styriabooks.at\/was-wuerde-jesus-tun\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-4202 size-medium\" src=\"https:\/\/www.schlagnitweit.at\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/Cover-188x300.jpg\" alt=\"\" width=\"188\" height=\"300\" \/><\/a><\/p>\t\t\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/section>\n\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/section>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>25. 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